14. März 2025
Heute haben wir unsere erste echte Küstenwanderung auf der Insel unternommen und sind dabei so richtig auf Sizilien angekommen! Da denkste, fahren wir mal nach Sizilien, soll ganz schön sein, hast aber nicht wirklich eine Vorstellung davon, wenn du noch nie da warst. Und dann bist du dort, und traust deinen Augen nicht – Wahnsinn!
Wir stehen auf der Uferpromenade von Sampieri, am langen, schönen Sandstrand. In der vordersten Reihe stehen schmucke Ferienwohnungen, die meisten stehen noch leer. Von da könnte man morgens 30 Schritte tun, und noch vor der ersten Zigarette ein Bad im Meer nehmen. Cool.
Wir spazieren in östlicher Richtung, rechterhand das Meer und der ellenlange Sandstrand, links ein schöner Park unter Pinien, mit Picknicktischen auf steinernen Podesten. Wir gehen weiter, nun türmen sich zwischen unserem Weg und dem Strand kleine, mit grünen Bodendeckern bewachsene Dünen auf. Sofort werden Erinnerungen an unseren Aufenthalt bei der Dune du Pilat wach. Bald erreichen wir einen Bach, der sich ins Meer ergiesst und folgen dem Fussgänger- und Veloweg, weg vom Meer ins Landesinnere, da entlang eines breiten, dichtbewachsenen Streifens zwischen unserem Weg und der Küstenstrasse. Zwischen uns und dem Meer liegt nun ein kleiner, dichter Dschungel mit Brackwasserseen. Nach zwei Kilometern führt der Weg wieder zur Küste, nun ist der Sandstrand schwarzer Lava gewichen, die sich einst ins Meer ergoss und dort erkaltete. Die Brandung hoher Wellen bricht mit Getöse auf die Steine, wir folgen der Küste auf einem breiten Weg, vorbei an den allgegenwärtigen, riesigen Feigenkakteen, an Hundertjährigen Agaven, an Weidenblatt-Akazien, die in voller Blüte stehen und ihren lieblichen, süssen Duft verbreiten. Grüne Sträucher und Gebüsch, gelbe, weisse und blaue Blumen, wohin das Auge reicht, Pinien und Palmen allüberall, eine wahre Pracht!
Wir treffen in Marina di Modica ein, ein herrlicher weisser, weiter und halbrunder Sandstrand, eine wunderschöne, gepflasterte Uferpromenade mit Steinmauern und Sitzgelegenheiten, der grosse Parkplatz gleicht einer Piazza, nur ein paar wenige Fahrzeuge stehen da. Viele neue Häuser beherbergen im Sommer vermutlich Hunderte von Strandurlaubern. Wir setzen uns in den Schatten auf einer Terrasse, trinken Espressi, ich esse ein Stück Apfeltorte und wir bestellen zwei Gläser Rotwein, es ist fast zu schön um wahr zu sein. «Was machen wir denn so, an einem Freitag?», frage ich Susanne. Sie hat die Frage, in Bezug auf alle möglichen Wochentage, schon oft gehört, in den letzten Monaten. «Wärst du schon daheim, von der Arbeit?», möchte ich wissen. «Nein, noch nicht!», meint sie, nach einem Blick auf die Uhr. «Was machen wir denn heute Abend? Gehen wir in den O-Club?», frage ich sie. Würden wir machen, unter normalen Umständen, klar!
Wir waten barfuss durch den nassen Sand am Strand, manchmal umspült das Meerwasser unsere Füsse, das Wasser ist kalt, erfrischt uns von unten für den Rückweg. Nun ist es windstill, und die Märzsonne heizt uns schon ordentlich ein. Der Himmel über uns ist blau, am Horizont gelbgrau vom Saharastaub. Bevor wir ins Auto steigen und heimfahren, setzen wir uns in den Park, um im Schatten der Pinien etwas abzukühlen. Könnte ein Tag auf Sizilen noch schöner sein als der heutige?

























