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Catania

8. März 2025

Catania! Es ist nicht Indien. Es ist nicht Afrika. Ist es wirklich Italien? Auf jeden Fall ist es ein authentisches Stück Sizilien. Ich folge Susanne für unsere Tour durch die Stadt, was wir hier zwischen Bahnhof, historischem Stadtzentrum, Stadtgarten und Hafenviertel zu sehen bekommen, haut mich um! Alte Bausubstanz und monumentale Bauten prägen das Zentrum der Stadt. Man fühlt, frau erlebt Geschichte aus Jahrhunderten, auch dann, wenn man sie nicht kennt. Schmale Gassen, breite Strassen und weitläufige Plätze. Auf dem Markt sehen wir einen grossen Korb mit lebenden Schnecken, viele sind nicht mehr übrig geblieben und einige versuchen, über den Rand des Korbs in die Freiheit zu kriechen. Gegenüber, in der Auslage eines Fleischstandes, liegen Schweinefüsse, die Fische sind schon alle. Die Restaurantbetreiber buhlen um Kundschaft, hier möchte ich mal mit Hunzi essen gehen, er wäre nachher drei Wochen krank. Im Inneren der Basilica Cattedrale Sant’Agata, die ich nicht zu beschreiben vermag, beeindrucken mich die grossen Steintafeln an den gewaltigen Säulen, da sind in alphabetischer Reihenfolge die Namen italienischer Soldaten gelistet, die im 1. Weltkrieg gefallen sind, es sind hunderte Namen. Wir gehen weiter, durch den prächtigen Stadtgarten, durch belebte Strassen und Gassen. Wir kehren ein, bevor wir uns den Hafen und die vielen Fischkutter ansehen, die da vertäut sind. Wir sind fünfeinhalb Stunden unterwegs, um 17.50 nehmen wir den Zug zurück, es ist bereits stockfinster, als wir kurz nach 19 Uhr in Sant’Alessio Siculo eintreffen. Im Supermarkt, gleich beim Zeltplatz um die Ecke, kaufen wir etwas Proviant ein. Zurück im Zelt bin ich erschöpft, diesmal nicht wegen den Kilometern, die wir abgespult haben, sondern wegen der mannigfaltigen Eindrücke dieser Stadt. Das war etwas viel für einen Jungen aus der Provinz. Catania!

Camping La Focetta Sicula, 7. März 2025

Um es vorweg zu nehmen, es ist weit weniger Wasser vom Himmel gefallen als wir vermutet hatten. Der Regen setzte erst am Nachmittag ein, und mit einigen Unterbrüchen regnete es auch die ganze Nacht hindurch. Das Zelt hat gehalten, aber unsere Sachen waren am Morgen alle etwas klamm (nüechtelig). Wie geplant, nutzten wir den Tag um unsere Wäsche zu waschen. Danach verkrochen wir uns im Zelt und lösten das Ticket für die Überfahrt nach Sardinien. Pro Woche gibt es eine Verbindung von Palermo nach Cagliari, die Fahrt dauert zwölf Stunden. Unsere Fähre sollte am 30. März um 21 Uhr im Hafen von Cagliari anlegen.
Wir nutzten die Zeit auch, um unsere Weiterreise zu planen, wir werden unser Lager voraussichtlich kommenden Dienstag auf einem Zeltplatz im Süden der Insel aufschlagen. Wir haben da einen Zeltplatz ausgemacht, werden uns aber vor Ort erst etwas umsehen, bevor wir uns definitiv entscheiden.
Der Rest des Nachmittags und des Abends verkam zu einer Mischung aus Heiterkeit und Sentimentalitäten. Wir scrollten durch unseren Blog, schwelgten in Erinnerungen an Destinationen unserer Reise und lauschten dabei einer Playlist meiner Cousine. Musik aus vergangenen Jahrzehnten, von wunderbaren Musikerinnen und Künstlern, die von einer Zukunft sangen, die sie nicht erleben wollten, und in der wir heute dennoch angekommen sind («… comme beaucoup de chanteurs qui nous parlait d’un demain qu’ils ne voulaient pas, mais aujourd’hui est là …»).
The time is to rebel, my friends. Bonne nuit, Andreanne. Nous te souhaitons un sommeil profond et réparateur.

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