19. bis 22. Februar 2025
Wir sind vorgestern in Trebisacce, in der Region Kalabrien, angekommen. Unsere Unterkunft befindet sich auf einem wunderschönen Anwesen namens Masseria Torre di Albidonia, ein Landgut und ehemaliges Gehöft in der Nähe eines Turms. Steinerne Häuser, Wege und Mauern unter Aleppo-Kiefern, umgeben von Hecken, Sträuchern und Kakteen bilden das Agriturismo. Von der überdachten Terrasse unseres Häuschens blicken wir auf das Meer und auf die Orangen- und Aprikosenplantagen. Die Orangen- und Zitronenbäume hängen voller reifer Früchte. Im Haupthaus sind die Rezeption und das rustikale Restaurant untergebracht, in dem kalabrische Spezialitäten serviert werden. Auch ein Swimmingpool darf nicht fehlen, zum Baden ist es jetzt allerdings zu kalt!
Zum ersten Mal seit wir vor 9 Tagen losgefahren sind, scheint heute die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und wärmt uns, während wir die Aussicht geniessen. Wir werden heute dem süssen Nichtstun in unserer Residenz frönen (la dolce fa niente), machen nachmittags lediglich einen kleinen Spaziergang zum Turm (Torre di Albidonia), bevor wir morgen weiterreisen.
Gestern sind wir mitten durch die Pampa und auf einem schmalen Strässchen entlang der Bahnlinie nach Trebisacce spaziert. Die Stadt wirkt etwas trist und heruntergekommen, ein touristisches Highlight ist sie sicherlich nicht. Auf dem Rückweg folgten wir der Strandpromenade und anschliessend einem Weg entlang der Steinküste, inmitten üppiger Vegetation, mit wildem Thymian und Rosmarin unter ausladenden Kiefern. Zwei Dinge haben uns nicht gefallen, der Lärm der nahen Strasse und vor allem die Tatsache, dass die gesamte Strecke von etwa 7 Kilometern dem Strand entlang einer einzigen Abfallhalde gleicht: der Inhalt zerrissener Kehrrichtsäcke verteilt sich unter den den Bäumen, Plastik hängt in den Büschen und wartet darauf ins Meer geweht zu werden, Bauschutt, Möbel und Pneus säumen den Weg – ein erschreckender Anblick in dieser ansonsten naturbelassenen Umgebung.
Eine milliardenteure Investition in die Infrastruktur der Strasse und der Bahn ist in Kalabrien im Gang und soll der strukturarmen Region auf die Sprünge helfen. Wir sahen riesige Baustellen und halbfertige Brücken im Hinterland und hören manchmal den Lärm der Bauarbeiten für die Autobahn, die hinter dem Anwesen vorbeiführt. Bleibt zu hoffen, dass mit den Investitionen auch adäquate Lösungen zur Abfallentsorgung entstehen, die heute noch in weiten Teilen Kalabriens und Siziliens fehlen.























































